Das GEZeter geht weiter
Eine Frage nach der Existenzberechtigung der GEZ.
Ich gebe es ja offen zu – die GEZ-Gebühren tun schon richtig weh. Da fragt man sich doch ganz ehrlich, was man für sein Geld bekommt? Sofern ich es richtig verstanden habe, teilen sich das Geld die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten, also ARD und ZDF, mit dem Deutschlandradio. Wenn man jetzt noch alle 3. Programme der ARD sowie die digitalen Randgruppen-Kanäle hinzuzählt kommt man (als Kabelfernsehkunde) auf rund 10 TV- und 12 Radioprogramme für 17,03 im Monat. Komisch- so ein mageres Abo würde ich nie buchen. Dagegen steht übrigens locker die dreifache Zahl an Sendern, die ich kostenlos zu sehen bekomme, im Falle von Satellitenfernsehen sogar ein vielfaches davon. Wie kann das sein?
Früher, also vor dem privaten TV-Zeitalter, hatte man wenigstens noch das Gefühl, mit dem Geld würde auch die komplette Infrastruktur bezahlt. Seit es aber auch keine Deutsche Bundespost mehr gibt, ist es den meisten Konsumenten klar, dass DIESE Dienstleistung von allen Sendern bezahlt werden muss, bzw. zusätzlich von den Kabelkunden. Mal ehrlich – an dem System ist doch irgendwas fürchterlich faul. Dass wir um Fernsehgebühren im Allgemeinen nicht herumkommen ist schon klar. Dass die öffentlich Rechtlichen einen Informations- und Bildungsauftrag haben, dessen Formate immense Kosten verursachen, lasse ich auch gelten. Nicht umsonst hat Sat1 hier erst vor Kurzem den Rotstift angesetzt. Aber dass wir in unserem Rechtsstaat das Sub-System GEZ dulden, welches mit (gefühlt) STASI-ähnlichen Methoden potentielle Gebühren-Verweigerer, deren Nachbarn, Freunde und Verwandte bespitzelt wie zu Erichs besten Zeiten will mir partout nicht einleuchten. Und das für ein paar wenige Kanäle? Über 200 Euro im Jahr für die Tagesschau, Gottschalk, das Sandmännchen und Volksmusik? Ist ja wohl ein Witz!?
Tja, genau an diesem System entzündet sich der Zorn vieler Bürger, sowohl der Zahler als auch der Verweigerer. Keine Frage – von der angebotenen Grund-Informationsversorgung profitieren wir alle: als Radio- und TV-Konsument, LKW- und Autofahrer sowie sämtliche Nutznießer in der Dienstleistungskette hintendran. Aber wehe, man meldet wirklich mal berechtigt seine Geräte ab, wie z.B. die Schwester meiner Großmutter vor einigen Jahren. Der Antrag und der zugehörige Intim-Fragenkatalog ähnelt schon mehr dem “Hose runterlassen” bei privater Insolvenz als einer einfachen Fernseh-Stilllegung.
Alternative? Ähnlich dem System in der Schweiz könnte von jedem Steuerpflichtigen Bürger eine monatliche Pauschale berechnet werden. Hierzu ein Rechenbeispiel. Sofern die Zahlen der Bild-Zeitung vom 17.9. (ausnahmsweise mal) richtig sind, treibt die GEZ jährlich 7,2 Milliarden Euro ein. Deutschland hat rd. 82 Mio Einwohner, rund die Hälfte davon Erwerbstätig und daher (meist) steuerpflichtig. Würde nun die o.g. Abgabe 15 Euro im Monat betragen, wären das 180 Euro im Jahr und (bei angenommen 40 Mio Zahlern) somit exakt die gleichen 7,2 Milliarden Euro einbringen. Verpflichtet dazu noch alle Gewerbebetriebe und sonstige Gesellschaften zu einer ähnlichen Pauschale, könnte der private Einzelbeitrag auf bis zu 10 Euro monatlich sinken. Als Nebeneffekt kann man noch die kompletten Kosten für den GEZ-Apparat einsparen und warum sollte nicht auch bei den öffentlich Rechtlichen mehr Werbung geschaltet werden? Dann nämlich könnten auch die privaten Sender für ihre Nachrichtenformate ein Stück des Gebühren-Kuchens abbekommen – ein deutlicher Qualitätsgewinn wäre die logische Folge.
Das Image der GEZ ist (nicht zuletzt durch Aktionen wie diese hier) zur Zeit sowieso mehr als nur angekratzt und alternative Ansätze gibt es auch genug. Dafür müsste dann zwar auch gleich der Rundfunkstaatsvertrag bzw. Rundfunkgebührenstaatsvertrag auf den Kopf gestellt werden, was aber imo so oder so längst überfällig ist. Ich persönlich hoffe nur, das Thema GEZ ist mehr als ein Sommerloch-Stopfer.
Mehr zum Thema z.B. bei Munich Friends | FDP-BW | Medienblick | uvm.










Am 19. September 2007 um 16:27 Uhr
Ich brauche die GEZ und die öffentlichen Sender nicht.
Mal ehrlich das Konzept dahinter ist doch schon längst überholt und es laufen auch größtenteils nur Sendungen für Leute die schon etwas älter sind. Außerdem wenn sich ARD und ZDF über die GEZ Gebühren finanzieren wieso dürfen sie dann noch teilweise Werbung zeigen (zumindest vor 20 Uhr abends).
Am 19. September 2007 um 17:37 Uhr
Ich weiß nicht, ob du das gestern gesehen hast: Stefan Raab hat gestern bestimmt 5 min über den Musikantenstadl oder was weiß ich mit Florian Silbereisen berichtet und gezeigt wie bescheuert diese Sendung ist. Und ganz zum Schluss meint er nur so: “Ach und übrigens, die GEZ wird ehöht…”
Das war einfach ne super Argumentation, weil für solch ein Format will ich nicht so viel Geld bezahlen. Und Nachrichten kann ich auch zur Not online verfolgen
Am 20. September 2007 um 02:08 Uhr
Moin moin,
und ich echauffier mich beim Niggemeier etwas flapsig über Gebühren für Neuartige Rundfunkgeräte und krieg prompt ne sachliche Antwort….
Pax
Am 20. September 2007 um 15:23 Uhr
Ich sag nur mit einem Kopfnicken: http://www.gez-abschaffen.de/
Am 21. September 2007 um 14:45 Uhr
Hab TV Total gesehen, mit dem Sandmann und Kind da…. hat er schon recht das da das Geld drauf geht für son Oma und Opa Unterhaltungsfernsehn.
Am 1. Februar 2008 um 21:46 Uhr
[...] – KJM. Noch so ein Organ, von dem ich bisher nichts gewusst habe. Klingt irgendwie wie GEZ. Braucht auch kein Mensch… Zur Begründung hieß es, “die hämische [...]