Holtzbrinck & StudiVZ vs. XING / facebook / wer-kennt-wen / Lokalisten

Nachdem StudiVZ wahrscheinlich einen gewissen Sättingsgrad erreicht hat und viele Mitglieder sowieso an keiner Fakultät mehr eingeschrieben sind, will Holtzbrincks VZ-Familie jetzt ein Folgeprojekt lancieren. Kommt also demnächst AkaVZ, das Social Network für arbeitslose Akademiker? Oder dann doch FreundeVZ bzw. MeinVZ für Kontakte aller Art?

Laut Zweinull.cc, Robert Basic und dem Interview der SZ mit StudiVZ-Chef Riecke ist schon in allernächster Zeit mit einem solchen „BizVZ“ zu rechnen. Ausschlaggebend für den baldigen Start des „Next-Generation StudiVZ“ ist wohl der bevorstehende Launch von facebook in Deutschland. Zumindest vordergründig. Aber Moment mal – da gibt es doch schon ein sehr erfolgreiches Business-Netzwerk: XING (vormals OpenBC). Und wenn ich die Aussagen Rieckes mal genau betrachte, spricht er eigentlich von XING, sowohl die Zielgruppe als auch den Funktionsumfang betreffend. Bis auf die private Nabelschau (FreundeVZ oder MeinVZ ?) vielleicht. Hier kommt dann schon eher wer-kennt-wen ins Spiel, laut Robert übrigens seit kurzem unter der Leitung von RTL. Ach ja, dann darf man natürlich auch nicht die Lokalisten vergessen. Immerhin hat dieses Netzwerk offenbar genug wirtschaftlichen Background, um in letzter Zeit den ein oder anderen Werbespot im TV zu schalten.

Einen Vorteil hat das neue „Senior-Netzwerk“ für bisherige Holtzbrinck-VZ-User natürlich: sie können den „Upgrade“ quasi per Knopfruck erledigen und übernehmen dabei sogar noch ihr bisheriges Netzwerk mit ins neue Portal. Zumindest mittel- und langfristig ein Pluspunkt für VZ. Trotzdem gibt es, zumindest für mich, einen heftigen Hemmschuh für den Einstieg ins VZ-System: der Umgang mit persönlichen Daten. Es liegt natürlich an jedem User selbst, wie viele und welche Daten er von sich preisgibt, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass meine Angaben bei XING in deutlich „besseren“ Händen sind wie bei Holtzbrinck & Co. Der Hinweis von Riecke auf die lascheren Datenschutzbestimmungen in Amerika als Seitenhieb Richtung facebook kann meine Bedenken dann auch nicht wirklich zerstreuen. Auch die aktuellen Berichte über das Claimen, Grabben, Einfordern und Abmahnen aller möglicher VZ-Domains (z.B. ErstiVZ) zeugen eher von einer aggressiveren geschäftspolitischen Gangart. Und wkw ist mir seit dem „Umzug nach Köln“ in dieser Hinsicht sowieso suspekt.

Immerhin sieht man nach wie vor Potential für weitere Netzwerke. Ob nun wirklich neue User aquiriert werden können oder nur die eh schon aktiven Netzwerker eine (bzw. zwei) neue Spielwiese(n) erhalten, wird sich zeigen. Und solange sich die „Großen“ um den Mainstream-Kuchen prügeln und sich damit gegenseitig auf Trab halten, ist das Terrain der SINs frei für StartUps und ihre innovativen Projekte. Also: Ärmel hoch und los geht’s!

3 Kommentare

  1. Naja… „MeinVZ“ existiert ja inzwischen.
    Wer-Kenn-Wen dümplet in seiner aseptischen Profillosigkeit umher…
    Facebook bemüht sich brutalstmöglich um einen Angriff auf studiVZ:
    http://www.facebook.com/pages/Deutsche-verlassen-StudiVZ-fur-Facebook/13403747844
    (Damit deren Praktikanten zwischen dem Kaffee-machen auch bloß nicht langweilig wird…)

    Überhaupt kein Bock mehr da PR-Ideologie und Hysterie mitzumachen.

    Hab mich jetzt auf Lokalisten eingerichtet, hab hier die Leute, die ich kennen will und einen „event“-Kalender in dem steht, wo ich Freitag abend hin geh.
    Viel mehr, ausser ab und zu Diskussionen anzetteln, will ich nicht.
    Auch wenn ich auch bei Loki chatten, taggen, photo-en, ranken, neudeutschen blablaen kann…

  2. Dieser ganze social community Scheiß bringt doch nicht wirklich was, oder? Ausser lange Weile zu vertreiben und die Betreiber ggf. reich und erfolgreich zu machen. … Aber die Mehrheit der Bevölkerung scheint sich wohl immer noch verarschen zu lassen.

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