NOKIA: Mensch im Mittelpunkt?


Bei Nokia steht der Mensch im Mittelpunkt

Ach nee!? Wie jetzt? Gilt das auch für die kommende Bochumer Ex-Belegschaft?

Teamgeist, Respekt vor dem Einzelnen, Fairness und offene Kommunikation sind bei Nokia gelebte Werte. Unsere Mitarbeiter haben diese Einstellung in ihrer täglichen Arbeit in höchstem Maße verinnerlicht.

OK. Die Mitarbeiter vielleicht. Aber hat das auch das Management begriffen? Bin mir da nicht so sicher…

Immerhin hat jeder von uns, der ein möglichst üppig ausgestattetes Handy für einen möglichst geringen Preis sein eigen nennen will, diese Entwicklung mit zu verantworten. Da hilft auch so ein propagandistisch-schleimerisches Getue wie die Rückgabe der NOKIAs durch die Wetterfähnchen-Politiker nichts. Hier hätten die Weichen viel früher gestellt werden müssen.

Ausserdem kann keiner behaupten, dass er diese Entwicklung bisher nicht bemerkt hätte. Ist der Wegfall von Arbeitsplätzen in der Modellbaubranche (z.B. bei Märklin) durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billig-Lohn-Länder noch von einer recht kleinen „Interessensgruppe“ beweint worden, trifft es nun eben Mitarbeiter einer vermeintlichen Boom-Sparte.

Man muss kein Prophet sein um zu wissen, dass in ein paar Wochen die Bochumer Werksschließung nur noch die unmittebar Betroffenen interessiert und der Rest der Republik auf das neuste Modell von NOKIA mit allem möglichen Schnick-Schnack geiert. Oder beschäftigt sich z.Zt. noch irgendwer mit dem Thema Siemens / BenQ? Eben!

Hier noch schnell der entsprechende Screenshot von der derzeitigen (oben zitierten) NOKIA-Page, bevor man diese „der aktuellen Philosophie anpasst“:

NOKIA-Screenshot

Klabusterbeere nennt das Realsatire. Ich nenne das peinlich.

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6 Kommentare

  1. Ich bin für einen absoluten Nokia Boykott.
    Ich denke nur das dies bei Nokia einkalkuliert ist wenn der Boykott nur einige Monate andauert.
    Ein Boykott hat nur Sinn wenn er solange andauert bis es zu neuen Quartalszahlen kommt,
    also bis zum Weihnachtsgeschäft. Die Aktionäre müssen es spüren, dann tut sich etwas.
    Es funktioniert nur durch Nachhaltigkeit.
    Wer erinnert sich noch an Mannesmann und Vodafon? Oder an den Stellenabbau der Deutschen Bank?
    Oder BenQ mit den Siemens-Handys.
    Ohne absoluten nachhaltigen Boykott hat es sicherlich keinen Zweck.

    Igor

  2. @ Igor: Einen nationalen NOKIA-Boykott wegen „läppischer 2300 Arbeitsplätzen“ heraufzubeschwören halte ich nicht wirklich für realistisch. Im Gegenteil. Man fängt sich mit so was schneller eine saftige Unterlassungs-Klage ein als einem lieb ist…

  3. Ich kann die Entscheidung von Nokia, nach Rumänien zu ziehen, aber auch nachvollziehen. Die Rumänen haben ein moderneres Werk und eine neue Infrastruktur geschaffen, ohne dabei Gelder von der EU zu beziehen. Die Deutschen dagegen sind wesentlich teurer und bekommen sogar Unterstützung. Da sind wir doch irgendwie selber schuld…

  4. Pingback: Schrittmacher

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